Freitag

du bist nicht stabil. du bist nicht stabil. du bist nicht stabil.
na,dann halt mich doch.
dann steh doch nicht neben mir und prophezeihe mir wie der ganze scheiß enden wird. sag mir doch einfach was ich noch tun kann.
ich soll wieder zur psychotherapie,ja? soll mich wieder aufschneiden und mein inneres auf den tisch zwischen  uns legen und mir die bedeutung von herz und niere anhören.
du willst dir das nicht mehr anhören?
ich auch nicht.
ich kann mir auch nicht mehr anhören,wie kaputt diese welt ist. und eigentlich will ich einfach nur aufgeben.
doch wenn ich aufgebe hab ich erst recht keine chance hier rauszukommen.
ich arbeite so hart an mir und trotzdem bin ich für euch alle immer noch der mensch von damals.
ich bin nicht stabil,sagst du.
weißt du warum ich nicht stabil bin? weil ihr mir alle jeden tag vor augen haltet wie unmöglich es doch ist,dass ich ein für euch akzeptables leben führe.
ist es so schwer einfach mal an mich zu glauben? ist es so schwer einfach mal das gute in mir zu sehen?
der mensch ist ein gewohnheitstier. und wenn man mit sich selbst unzufrieden ist,zeigt man mit dem finger auf die leute,die noch schlimmer dran sind als man selbst.
es muss schmerzlich sein zu sehen,wie selbst diese menschen es schaffen weiter zu gehen.
es muss schmerzlich sein,dass es auf einmal einen rollenwechsel gab.
und ich. ich bin nicht stabil? okay!